Mit ‘Formel 3’ getaggte Artikel

Eastside 100 - Lausitzring 2006

Dienstag, 01. August 2006

Vom 28.-30. Juli 06 hieß es für die Motorsportfreunde Mühlenbecker Land und Konsorten wieder Antreten zum alljährlichen Eurospeedway-Lausitz-Treffen. Dieses Mal gab es richtig was zu feiern: Ein MML-Mitglied wurde eine Woche vorher ein Vierteljahrhundert alt und das wollte und sollte gebührend gefeiert werden. Doch das Rennspektakel, welches an diesem Wochenende geboten wurde, war wohl - neben dem Fernglas - das tollste Geschenk.

Zum wiederholten Male schafften wir, eine große Truppe(15) zum Mitkommen zu begeistern. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten vollbrachten wir es trotz des staubtrockenen Bodens unsere Zelte mit den Heringen zu befestigen. So waren alle Zelte aufgebaut und es konnte losgegrillt werden. Neben Bratwürsten, Fleisch, Tzatziki und Schweinespeck gab es auch jede Menge alkoholische Getränke, die den Abend lustig machten. Es gab noch eine erfreuliche Nachricht: Die Anzahl der Dixieklos hatte sich im Gegensatz zum Vorjahr verdoppelt! Nun waren es 4. Leider hatte man mit etwas Einschlafproblemen zu kämpfen, da auf dem Nebengelände (DEKRA) ein Opeltreffen mit Technokopfschmerzmusik stattfand, doch auch das überstand man irgendwie.

Käfer des Uniroyal Funcup

Käfer des Uniroyal Funcup

Am Samstag begann nun das Renngeschehen. Spätestens um 8:00 wurde man von den Motoren der Käfer der Uniroyal Funcup-Serie geweckt, welche bis 12:00 ihr Rennen fuhren. Da das Interesse von Seiten unseres Vereins daran nicht so groß war (”the same procedure as last year”), entschieden wir uns erst gegen 12:15 die Tribünen zu betreten, denn dann begann das erste Zeittraining der RECARO Formel 3 im Oval. Darauf folgten Trainingssessions der FORMEL Lista, der Sports Car Challenge und der ADAC Historic Formel. Doch eigentlich warteten wir nur gespannt auf das erste Rennen im Oval und das zurecht.

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Jägermeister Trabbi von Heiko Gaida

Jägermeister Trabbi von Heiko Gaida

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Als Favoriten gingen der Chinese Ho-Pin Tung und der Niederländer Ferdinand Kool aus dem belgischen Team JB Motorsport sowie die Schweizerin Cyndie Allemann an den Start. Schon vor diesem zeigte sich, wie siegessicher die Fahrer von JB Motorsports waren: Sie ließen das Warm-up aus. Doch die anderen bewahrten die Ruhe und zeigten Nerven.

Dieses Rennen war Motorsport vom Feinsten, die genannten Favoriten zogen eine Wahnsinns-Show ab. Das Feld war dicht zusammen; meist zu zweit oder zu dritt nebeneinander flogen sie fast durch die Kurven. Der Fahrer der auf der Start- und Zielgeraden führte, konnte im ersten Turn schon wieder Sechster sein. Zum Schluss setzte sich der Chinese Ho-Pin Tung durch und gewann ohne Hilfe seines Teamkameraden, dem eine Durchfahrtsstrafe wegen Überfahren der weißen Linie im ersten Turn verpasst wurde. Cyndie Allemann wurde grandiose Zweite.

Cyndie Allemann mit ihren Pokalen

Cyndie Allemann mit ihren Pokalen

Ho-Pin Tung

Ho-Pin Tung

Bis in den Abend schauten wir uns noch die restlichen Zeittrainings an und ließen den Tag bei einem gemütlichen Lagerfeuer in der Feuerschale auslaufen.

Am Sonntag hatten wir weniger Glück. Aus den Lautsprechern des Eurospeedways drangen um 7:00 aufgenommene Motorengeräusche mit anschließender Werbung von Radeberger aus den Lautsprecherboxen. So trabten wir noch nicht ganz wach zu den Duschen. Dann gab es das wohl verdiente Frühstück und alle waren fit zum Zeltabbau, was sehr schnell vollzogen war. Nun ging es ans Eingemachte. Wir suchten uns Plätze auf der gestern nur spärlich besetzten Haupttribüne, welche schon um 8:00 dieses Tages prall gefüllt war, da die Bewohner aus Senftenberg und Schipkau freien Eintritt bekamen. Nach 6 spannenden Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs begann ein Spektakel der Superlative.

Das leider wegen tröpfelnden Regens ausgefallene Warm-Up trübte auch nicht die Vorfreude auf das, was uns jetzt erwartete: Der ehemalige deutsche Formel-1 Rennfahrer Jochen Mass fuhr 5 Runden in einem original 750 PS(!!) NASCAR-Boliden. Die Zuschauer waren begeistert und der Moderator holte kaum Luft. Das Gefühl war “saugeil” (O-Ton Streckensprecher), wenn das Auto die Start- und Zielgerade entlang fuhr und das Motorengeräusch den Eurospeedway zum Beben brachte. Man kann sich kaum vorstellen, wie sich das Rennfahrerherz freuen würde, wenn irgendwann 30 bis 40 solcher Oval-Kolosse den Lausitzring mit einem Rennen beglücken könnten.

Jochen Mass und der NASCAR Bolide am Lausitzring

Jochen Mass und der NASCAR Bolide am Lausitzring

Es folgte eine Vorstartzeremonie mit anscheinend allen Vereinen und Clubs aus Senftenberg, Schipkau und Umgebung. Von Cheerleadern über Reiseleitern in Jägerkostüm bis hin zum Radrennverein wurde nichts ausgelassen. Abgerundet wurde die Parade mit einem Feuerwerk bei Tag, aber die Veranstalter hatten die Rechnung ohne das trockene Gras gemacht, schon wurde eine riesige schwarze Fläche von verbranntem Gras sichtbar. Die Feuerwehr rückte sofort aus und bekämpfte den Brand. Zum Glück ist weiter nichts passiert. Ein Opernsänger sang die deutsche Nationalhymne und alle 16.000 Zuschauer auf der Haupttribüne standen selbstverständlich auf. Anschließend wurden die Fahrer vorgestellt und gebetet(!), jedoch vergaß der Geistliche das “Amen” am Schluss…er war sicherlich genauso aufgeregt wie wir. Jetzt konnte das heißersehnte 2. Rennen endlich starten.

Die Favoriten waren die gleichen wie am Vortag, doch die Atmosphäre war um das Vielfache gestiegen. Die Autos fuhren wieder eng an eng und zogen sogar zu viert nebeneinander durch die Turns. Nach dem Pech am Samstag führte Ferdinand Kool mit Ho-Pin Tung früh das Feld an. Den Chinesen verschlug es aber in der letzten Runde noch auf den 9. Platz, weil er einen Unfall vermeiden wollte. Somit gewann Kool vor Harald Schlegelmilch und Cyndie Allemann.

Ein paar Zuschauer verließen die Tribüne und machten sich auf den Heimweg. Wir schlossen uns ihnen nach dem nächsten Rennen an und kamen erstaunlich gut weg.

Sabrina Hungerbühler nach dem 2. Platz

Sabrina Hungerbühler nach dem 2. Platz

der lange Schatten von Sabrina Hungerbühler

der lange Schatten von Sabrina Hungerbühler

Es war dieses Jahr wieder ein Fest für Rennsportfans und die, die es noch werden wollen, und wer weiß, vielleicht berichten wir nächstes Jahr von NASCAR am Eurospeedway Lausitz.

Viele Grüsse Pierre

Weitere Bilder:

Eastside 100 - Lausitzring 2005

Donnerstag, 01. September 2005
Eurospeedway Lausitz Logo mit MML e.V. Vereinslogo

Eurospeedway Lausitz Logo mit MML e.V. Vereinslogo

Das Wochenende vom 26. – 28. August 2005 bot eine doppelte Premiere: Zum einen war die Oval-Premiere einer europäischen Formel-Serie (RECARO Formel-3-Cup) zu bestaunen; zum anderen waren die Motorsportfreunde Mühlenbecker Land erstmalig über zwei Nächte von Freitag bis Sonntag anwesend.

Campen war angesagt. Insgesamt neun Autos und acht Zelte bildeten eine windschützende Wagenburg für unseren Aufenthalt. Mit 16 (!) Personen bildeten wir eindeutig die stärkste Kraft auf dem Camping-Platz und ließen uns auch nicht von unmotivierten Techno/Sido/50Cent-Jüngern stören.

Zelten hinter der Haupttribüne Eurospeedway Lausitz

Zelten hinter der Haupttribüne Eurospeedway Lausitz

MML e.V. Vereinsmitglieder auf der Haupttribüne Eurospeedway Lausitz

MML e.V. Vereinsmitglieder auf der Haupttribüne Eurospeedway Lausitz

Nach der „häuslichen“ Einrichtung am Freitag abend und einem Spätgrillen wurden wir samstags früh um kurz nach sieben stilgerecht von Motorensound geweckt. Es wurde ein langer Tag, der für viele ohne Morgendusche in den Tribünenkatakomben nicht ohne Kopfschmerzen zu ertragen gewesen wäre.

Boxenaufstellung RECARO Formel 3 Cup vor dem Ovalrennen

Boxenaufstellung RECARO Formel 3 Cup vor dem Ovalrennen

Das Highlight des Tages wurde das Rennen der Formel 3 im 2-Meilen Trioval. Die Rennfahrer dieser Serie zeigten den Zuschauern großen Sport. Spannende Windschattenduelle, viele Überholmanöver, disziplinierte Attacken und ein ganz knappes Fotofinish. Am Ende konnte Jan Seyffarth das Rennen knapp vor für sich entscheiden.

Die flotten Käfer des Uniroyal Fun Cups rundeten den Renntag mit einem deftigen 2h Training ab.

Käfer des Uniroyal Funcup in der Boxengasse Eurospeedway Lausitz

Käfer des Uniroyal Funcup in der Boxengasse Eurospeedway Lausitz

Abends wieder lecker Grillen und Bierchen trinken. Unser Kühlschrank - kühles Bier ist immer wichtig! - wurde durch ein kleines Strom-Aggregat angetrieben, im Gegensatz zum letzten Jahr stand diesmal kein Stromanschluss auf dem Zeltplatz zur Verfügung.

Kümmerling-Trioval

Kümmerling-Trioval

So schön auch die sanitären Anlagen in der Tribüne sind, so unangenehm war es zum wiederholten Male, wenn nachts der Zugang zu diesen verwehrt ist und der ganze Zeltplatz mit zwei Dixie-Klo’s Vorlieb nehmen muss.

Der Sonntag begann mit einem vier Stunden Renn-Marathon des Uniroyal Fun Cups. In Teams mit 2 bis 6 Fahrern pro Auto (Käfer) musste diese Zeitdistanz mit inkl. 5 Pflichtboxenstopps absolviert werden.

Käfer des Uniroyal Funcup beim Boxenstopp

Käfer des Uniroyal Funcup beim Boxenstopp

Am Nachmittag stand dann wieder das zweite große Oval-Rennen der Formel 3 auf dem Programm. Wieder spannend, wieder aufregend - auf dem Treppchen standen dann nach dem Schwenken der Zielflagge zwei Teamkollegen von JB Motorsport auf Platz 1 und 2: Ferdinand Kool und Ho-Pin Tung in ihren gelben Opel-Spiess Dallara F304.

MML e.V. Vereinsmitglieder beim "Auftanken"

MML e.V. Vereinsmitglieder beim "Auftanken"

Alle Teilnehmer empfanden beide oben genannten Premieren sicherlich als vollen Erfolg und sind gespannt, ob im nächsten Jahr ebenfalls eine Eastside 100 Veranstaltung stattfinden wird.